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Literatur



04.6


Bilderposse - Der Eispeter

Wilhelm Busch




Als Anno 12 das Holz so rar,

Und als der kalte Winter war,

Da blieb ein jeder gern zu Haus;

Nur Peter muss aufs Eis hinaus.


 
Da draußen ja, man glaubt es kaum,
                       fiel manche Krähe tot vom Baum.                    


 Der Onkel Förster warnt und sprich:

 "Peter, heute geht es nicht!"



 Auch ist ein Hase bei den Ohren
       Ganz dicht am Wege festgefroren.  
 
          
 
        Doch Peter denkt: Tralitrala!
            Und sitzt auf einem Steine da.    
 
        
Nun möchte Peter sich erheben
               Dose bleibt am Steine kleben.         
     
     
         Der Stoff ist alt, die Lust ist groß,
       Der Peter reißt sich wieder los. 

                                                   
     Na, richtig! Ja, ich dacht es doch! 
  Da fällt er schon ins tiefe Loch. 

     
Mit Hinterlassung seiner Mütze
    steigt Peter wieder aus der Pfütze.

    
           Bald schießt hervor, obschon noch klein,
Ein Zacken Eis am Nasenbein. 

   
    Der Zacken wird noch immer besser
         Und scharf als wie ein Schlacht            
                
    
Die Zacken werden immer mehr
Der Nasenzacken wird ein Speer


  Und jeder fragt: Was mag das sein?
  Das ist ja wie ein Stachelschwein!

Die Eltern sehen nach der Uhr: "Ach, ach, wo bleibt den Peter nur?"
Da ruft der Onkel in das Haus: "Der Schlingel ist aufs Eis hinaus!"

                                                  



                                                                                                                                      

            Mit einer Axt und stillem Weh,     
            Sucht man den Peter hier im Schnee.

         

           

          Schon sieht man mit besorgtem Blick

         Ein Teil von Peters Kleidungsstück

                                                                                                                                                                                                                          


                  

Doch größer war die Trauer da,als man den Peter selber sah.


Hier wird der Peter transportiert, der Vater weint, die Träne friert.


Behutsam lässt man Peters Glieder ,zu Haus am warmen Ofen nieder.


Juchhe! Die Freudigkeit ist groß, dass Wasser rinnt, das Eis geht los.


Ach, aber ach! Nun ist's vorbei! Der ganze Kerl zerrinnt zu Brei.


Hier wird in einen Topf gefüllt, des Peters traurig Ebenbild!


Ja, ja! In diesem Topf von Stein, da machte man den Peter ein,
der, nach dem er anfangs hart, später weich wie Brot ward.


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Textgrundlage: Der Eispeter - Wilhelm Busch:
Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe,
Bde. I-IV, Band 1, Hamburg 1959, S. 288-304

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